Montag, 28. November 2011

Neutrale Rettung, die Zweite

Abermals findet ein hochangesehener Wissenschaftler die richtigen Worte, um eine technokratische Rechnung Rettung prinzipiell gutzuheißen. Dabei handelt es sich um den Harvard-Professor Jeffrey Frankel. Eigentlich sollte man von einem Zeitgenossen, der von einem Fox-News-"Journalisten" offenbar als Stalin bezeichnet wurde, durchaus gute Ideen erwarten können. Das wäre naheliegend, ist aber leider nicht der Fall. So schreibt Frankel:
"Passenderweise haben Rom und Athen, die beide als Wiege der westlichen Zivilisation gelten, die Führung in die Hände zweier weltläufiger, gelehrter Männer gelegt. Doch weder Papademos noch Monti können technokratische Zaubereien vollbringen, wenn ihnen nicht die politischen Instrumente gegeben werden, die nötig sind, um die richtigen politischen Maßnahmen zu verfügen."
Eine technokratische Führung wäre also eine gute Idee, wenn man ihr denn nur mehr Vollmachten zugestehen würde. Endlich ein Ende der politische aufgeladenen Entscheidungsfindung. Außerdem hätte die unanfechtbare Authorität des Expertenwissens hinter unbekannten Mauern womöglich den netten Nebeneffekt, wirtschaftliche Fragen aus dem Fokus des öffentlichen Diskurses zu rücken. Womöglich. Und wer weiß, vielleicht wäre das, auch wenn es einem dabei schaudert, nicht einmal die schlechteste Wahl. Nur, was würde dann - als Substitut - in den Fokus des öffentlichen Diskurses rücken?


0 Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Ihr Kommentar:

Archive