Absolute Giganten! Das sind Hermann Lübbe und Jürgen Habermas innerhalb der politischen Philosophie. Manchmal verlassen die Großen ihr natürliches Habitat - dann geht ein Grollen durch die Medienlandschaft. Man kann und soll es nicht überhören. Kurz hintereinander haben sich beide wieder zu Wort gemeldet: Der eine plädiert für eine demokratischere EU, der andere für die Rückkehr zum Nationalstaat. Der eine immer noch Verfechter seines aufklärerischen Projekts, der andere gewohnt konservativ. Wie weit in die Zukunft tragen Ideen von Gestern? Jeder Schritt ein Dinosaurier-werden.
Ich habe mich kürzlich schon kritisch - und zugegebenermaßen hyperbolisch - mit Habermas' Traum einer demokratischen EU beschäftigt. Dabei ist mir sein Denken wesentlich sympathischer als jedwede Rückbesinnung auf nationale Tugenden. Ich sehe bloß innerhalb der heutigen EU weder die Möglichkeit des Widerstreits wirklich unterschiedlicher Positionen noch die Möglichkeit der Reversibilität von Entscheidungen, die eine demokratische Politik ausmachen oder vielmehr erst ermöglichen. Die Forderung nach mehr Demokratie wird so allzu leicht zu mehr Postdemokratie, vor der auch Habermas selbst warnt und führt zu einem Schwinden des Politischen selbst.
Wir brauchen auch keine Politik der kleinen Räume, wie Lübbe meint. Wohl aber bräuchten wir vielleicht eine Politik des Kleinen. Eine Vielfalt von Strukturen, nicht von Nationen. Nur gibt es auch dahingehend keinerlei Tendenzen.
Ich habe mich kürzlich schon kritisch - und zugegebenermaßen hyperbolisch - mit Habermas' Traum einer demokratischen EU beschäftigt. Dabei ist mir sein Denken wesentlich sympathischer als jedwede Rückbesinnung auf nationale Tugenden. Ich sehe bloß innerhalb der heutigen EU weder die Möglichkeit des Widerstreits wirklich unterschiedlicher Positionen noch die Möglichkeit der Reversibilität von Entscheidungen, die eine demokratische Politik ausmachen oder vielmehr erst ermöglichen. Die Forderung nach mehr Demokratie wird so allzu leicht zu mehr Postdemokratie, vor der auch Habermas selbst warnt und führt zu einem Schwinden des Politischen selbst.
Wir brauchen auch keine Politik der kleinen Räume, wie Lübbe meint. Wohl aber bräuchten wir vielleicht eine Politik des Kleinen. Eine Vielfalt von Strukturen, nicht von Nationen. Nur gibt es auch dahingehend keinerlei Tendenzen.
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