Auch die erneute Abwertung Ungarns Kreditwürdigkeit kann im Kontext mit dem letzten Post gesehen werden. Und zwar in seiner problematischen Version: Die politische Stabilität Ungarns versickert mit dem Erfolg des Rechtsextremismus, der in der Pfeilkreuzler-Ästhetik von vorgestern selbstbewußt nach vorne marschiert. Die ungarische Regierung unter Viktor Orbán handelt äußerst unklug, wenn sie die Herabstufung nun - mythologisierend - als Teil von "Finanzangriffen" gegen Ungarn bezeichnet.
Die Tür wird in die falsche Richtung aufgestoßen. Die Mytheme verselbstständigen sich.
Der großartige Laszlo Földenyi hat kürzlich in einem hinreißenden Essay nach der Farbe der Donau gefragt. Die Frage stellt sich gerade heute wieder akut: Man muss darauf antworten, nicht um die unbestimmbare Farbe der Donau festzulegen, sondern um diese endgültige Bestimmung zu vermeiden, um sie offenzuhalten. Daher ist es wichtig, wer auf solche Fragen in welcher Weise antwortet, wer die Geschichten erzählt, die dann diskutiert, bestritten und ausgeschmückt werden. Die Rechte war immer beängstigend erfolgreich darin, Mythenbildung zu betreiben, dem Volk aufs Maul zu schauen, die Mythen zu bahnen - und damit selbst in den Bann der Mythen zu fallen.
Die rechtsextreme Jobbik-Partei steht neuesten Umfragen zufolge auf Platz Zwei der Wählergunst. Ein verschwörungstheoretisch konnotierterter Erklärungsversuch des neuen Ratings wird ihren Marsch nach vorn wohl kaum bremsen. Auch ein möglicher Rücktritt Orbáns und seine Ersetzung durch den technokratisch angehauchten Ex-Finanzminister Varga wird dann keine Lösung sein.
Die Tür wird in die falsche Richtung aufgestoßen. Die Mytheme verselbstständigen sich.
Der großartige Laszlo Földenyi hat kürzlich in einem hinreißenden Essay nach der Farbe der Donau gefragt. Die Frage stellt sich gerade heute wieder akut: Man muss darauf antworten, nicht um die unbestimmbare Farbe der Donau festzulegen, sondern um diese endgültige Bestimmung zu vermeiden, um sie offenzuhalten. Daher ist es wichtig, wer auf solche Fragen in welcher Weise antwortet, wer die Geschichten erzählt, die dann diskutiert, bestritten und ausgeschmückt werden. Die Rechte war immer beängstigend erfolgreich darin, Mythenbildung zu betreiben, dem Volk aufs Maul zu schauen, die Mythen zu bahnen - und damit selbst in den Bann der Mythen zu fallen.
Die rechtsextreme Jobbik-Partei steht neuesten Umfragen zufolge auf Platz Zwei der Wählergunst. Ein verschwörungstheoretisch konnotierterter Erklärungsversuch des neuen Ratings wird ihren Marsch nach vorn wohl kaum bremsen. Auch ein möglicher Rücktritt Orbáns und seine Ersetzung durch den technokratisch angehauchten Ex-Finanzminister Varga wird dann keine Lösung sein.
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