Die Entscheidung Anders Breivik für unzurechenbar zu erklären, kommt vermutlich nicht ganz überraschend. Im Prinzip könnte man es auch für gleichgültig halten, was mit Breivik geschieht, solange er für Menschen keine Gefahr mehr darstellt. Und doch ist sein Urteil in Form eines psychiatrischen Gutachtens äußerst interessant, lehrt es doch zumindest etwas über moderne gesellschaftliche Funktionsweisen. Dass der selbsternannte Tempelritter nun zu dem Psychopathen umetikettiert und reduziert wird, der er zweifellos auch ist, zeigt überdeutlich den Mechanismus des sozialen Aus-Inkludierens:
Keine Verbannung, keine Hinrichtung, nicht einmal Ächtung (denn die wäre nicht pathologisch begründet), sondern eine Exklusion, die gleich darauf wieder mit einer Inklusion besänftigt wird. Das ist vielleicht die quasi-kannibalische Implosion des Freund - Feind-Schemas, die erst durch ihre Leugnung zustande kommt: Man will den Feind nicht vernichten, man möchte ihn sich, ganz wie eine überholte, ethnologische Vorstellung es besagte, einverleiben.
Die Wege der gesellschaftlichen Verdauung bringen mehr als nur eine Verschiebung auf der Ebene der Kategorien (von der Kategorie politischer Terrorist in die Kategorie Psychopath) mit sich, etwas anderes als die Stigmatisierung des Täters, um etwaige Nachahmer abzuschrecken. Man hält den Mörder nicht auf Distanz, man nimmt ihn in doppelsinniger Weise zu sich.
Exkludiert wird dann nur der schwere Rest, die Energie wird wieder aufgenommen. Exkludiert wird nur der "pathologische" Körper, die Ideen stehen nicht zur Diskussion. Eingeschlossen, ausgeschlossen. Das Wunder der Verdauung: Und schon ist er dem an Schizophrenie Leidenden näher als dem Rechtsradikalen! Dem Kranken näher als dem Politischen. Großartig und auch äußerst human. Fragt sich nur, welche Krankheit die Einverleibung des Kranken noch hervorbringt.
Keine Verbannung, keine Hinrichtung, nicht einmal Ächtung (denn die wäre nicht pathologisch begründet), sondern eine Exklusion, die gleich darauf wieder mit einer Inklusion besänftigt wird. Das ist vielleicht die quasi-kannibalische Implosion des Freund - Feind-Schemas, die erst durch ihre Leugnung zustande kommt: Man will den Feind nicht vernichten, man möchte ihn sich, ganz wie eine überholte, ethnologische Vorstellung es besagte, einverleiben.
Die Wege der gesellschaftlichen Verdauung bringen mehr als nur eine Verschiebung auf der Ebene der Kategorien (von der Kategorie politischer Terrorist in die Kategorie Psychopath) mit sich, etwas anderes als die Stigmatisierung des Täters, um etwaige Nachahmer abzuschrecken. Man hält den Mörder nicht auf Distanz, man nimmt ihn in doppelsinniger Weise zu sich.
Exkludiert wird dann nur der schwere Rest, die Energie wird wieder aufgenommen. Exkludiert wird nur der "pathologische" Körper, die Ideen stehen nicht zur Diskussion. Eingeschlossen, ausgeschlossen. Das Wunder der Verdauung: Und schon ist er dem an Schizophrenie Leidenden näher als dem Rechtsradikalen! Dem Kranken näher als dem Politischen. Großartig und auch äußerst human. Fragt sich nur, welche Krankheit die Einverleibung des Kranken noch hervorbringt.
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